Nach seiner aktiven Karriere hat sich der leidenschaftliche Motorradfahrer beim ÖAMTC als Fahrinstruktor einen Namen gemacht.

Der ehemalige WM-Pilot und 19-fache Staatsmeister Erwin Machtlinger geht es nach dem Karriereende 2004 mittlerweile etwas gemütlicher an. Seit damals dreht er seine beruflichen Runden im oberösterreichischen ÖAMTC Fahrsicherheitszentrum Marchtrenk – und das nicht weniger leidenschaftlich. Aus seiner aktiven Zeit nimmt er über 40 Knochenbrüche mit, nun ist es seine Aufgabe den Kunden zu zeigen, wie man Stürze vermeidet und man Sicherheit am Motorrad erlangt. BikerSOS traf den „Benzinbruder“ zum Gespräch.

Wann hat dich das Motocross-Fieber gepackt?

Ursprünglich war ich ja leidenschaftlicher Fußballspieler! Ich war im Motocross erst relativ spät dran, mit 18 Jahren. Heute sind die ersten Weltmeister so alt.
Ein Schulkollege hatte mich auf den Geschmack gebracht, mit erspartem Geld habe ich mir dann den ersten „Gatschhupfer“ zum herumprobieren gekauft und bin so langsam in die Materie hineingewachsen.

Nach äußerst erfolgreichen Jahren hast du die Karriere 2004 beendet. Fährst du heute noch privat Motocross?

Kaum! Letzten Herbst hätte es mich mal wieder gereizt, dann bin ich aber draufgekommen, dass ich gar keine Stiefel mehr habe. Ich bin mittlerweile fast lieber auf der Straße unterwegs. Es macht Spaß, den ÖAMTC Fuhrpark auszuprobieren. Wir sind da wirklich gut aufgestellt.

Faszination Motorradfahren. Was macht es deiner Meinung nach aus?

Freiheit pur! Man ist völlig losgelöst und kann komplett abschalten. Motorradfahren ist für mich wie Berggehen. Auch beim Klettersteig musst Du klar und fokussiert sein und musst alle anderen Gedanken bei Seite schieben. Genau so ist es auch am Motorrad – du bist voll bei der Sache und ganz für dich.

Gibt es auch für dich brenzlige Situationen?

In der aktiven Zeit hatte ich trotz der zahlreichen Verletzungen auch immer extrem viel Glück. Ich kenne leider einige Kollegen, die mittlerweile im Rollstuhl sitzen. Die waren nicht risikofreudiger als ich, sondern sind einfach blöd gefallen. 2002 hatte ich mir den fünften Halswirbel angebrochen – glücklicherweise ist nicht mehr passiert. Meine Schutzengel waren phasenweise sicher im Burn-out.
Privat fahre ich etwas gemütlicher, da hatte ich noch nie einen Unfall. Aber auch ich bin natürlich vor nichts gefeit.

Erwin Machtlinger vor dem Parcours mit Motorrad

Erwin Machtlinger „Blicktechnik ist das A & O“

Du coachst Motorradfahrer aller Könner Stufen. Gibt es etwas, womit jeder kämpft?

Blicktechnik ist das A und O und wirklich wenige Privatfahrer haben das richtig drauf. Mit der richtigen Blicktechnik erleichtert man sich das Leben am Bike massiv. Oft reichen Nuancen der Kopfhaltung, dass es sich verbessert. Wissen tut es im Grunde jeder, aber gerade im Stressmoment neigt der Fahrer dazu, die Probleme zu fokussieren, statt den Blick daran vorbei zu richten. Wo man hinschaut fährt man hin!

Ist oft leichter gesagt als getan!

Motorradfahren tut schnell jemand, das Bike aber wirklich handeln ist eine lange Trainingsphase. Agilität am Motorrad ist wichtig, das muss man einfach trainieren. Die neue Elektronik ist super, aber Versicherung ist es keine. Die Systeme sind sehr gut, aber zaubern können sie auch nicht.

Zum Schluss eine Frage zu BikerSOS. Du findest die App sinnvoll, weil…

… sie im Notfall Leben retten kann. Gerade wenn man alleine unterwegs ist und womöglich noch irgendwo liegt, wo man nicht sofort gesehen wird. Ein Freund von mir hatte letztes Jahr einen Unfall. Er ist über eine Böschung gestürzt und hatte Glück, dass das Motorrad oben an der Straße hängen blieb, sonst hätte ihn nie jemand gefunden. BikerSOS ist ein super Schutzengel, wie ich finde. Die Rettungskette funktioniert mit BikerSOS schneller und spart so wertvolle Zeit.

 

 

Für noch mehr Sicherheit: Immer die BikerSOS App aktivieren!