Biker SOS hat Tipps zur Verwendung und Montage von Helmkameras

Wem geht es auch so? Manchmal ist Motorradfahren einsam… Am liebsten würde man die Glücksgefühle, die eine optimale Kurvenlage oder einfach die unfassbar schöne Gegend mit seiner Umwelt teilen. Aber wie? Manche Motorradfahrer versuchen die schönsten Momente mit Actioncams à la „GoPro“ für andere oder für sich als schöne Erinnerung festzuhalten und filmen ihre Ausfahrten mit. Nur, ist das auch erlaubt?

Rechtslage für die Fahrt mit Helmkameras

Sofern man nicht ganz alleine auf einsamen Wegen unterwegs ist, lässt es sich nämlich im normalen Verkehrsfluss nicht verhindern, dass fremde Personen, Nummernschilder usw auf dem Video zu sehen sein werden.  Datenschutzverordnung lässt grüßen! Die gute Nachricht: Solange die Filme nur für den privaten Gebrauch hergezeigt werden, ist es kein Problem. Heikel wird es erst, wenn Biker ihre Ausfahrten mit der großen WWW-Welt und den Sozialen Medien teilen möchten. Videos dürfen nicht ohne Zustimmung der (zufällig) gefilmten Personen ins Netz gestellt werden. Selbst die Weiterleitung an Freunde per E-Mail verstößt ohne Einverständnis der abgebildeten Personen gegen den Datenschutz.

BikerSOS Tipp: Nummernschilder verpixeln, unbeteiligte Personen unkenntlich machen, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Unterschätzte Gefahr

Motorradfahrer mit Helm und Action-Cam

Action-Cams am Besten nicht am Helm sondern an alternativen Orten anbringen!

Action Cams werden nicht umsonst auch „Helmkamera“ genannt: Durch die Montage im Kopfbereich entsteht bei den Aufnahmen der Eindruck selbst am Motorrad zu sitzen, spektakulärer geht es kaum. Allerdings, spätestens seit dem schrecklichen Unfall von Motorsport Legende Michael Schumacher halten sich die Gerüchte über die Gefährlichkeit von Helmkameras mehr als hartnäckig. Staatsanwalt Patrick Quincy hat bei seiner Untersuchung des Schumacher-Unfalls im Februar 2014 erstmals darauf hingewiesen, dass die GoPro-Helmkamera von Michael Schumacher seine schweren Verletzungen verursacht haben könnte.
Was macht die Kameras so gefährlich? Zum einen besteht die Vermutung, dass die Konstruktion der Helmschale für die punktuelle Belastung beim Aufprall die im Bereich der Montagevorrichtung entsteht nicht geeignet ist. Zum anderen sind Ski-, Fahrrad-, und Motorradhelme gleichermaßen so konstruiert, dass sie im Fall eines Sturzes möglichst gut über den Untergrund rutschen. Also wenig Stellen bieten, wo der Stürzende „hängen bleiben“ kann. Genau das passiert aber durch eine Helmkamera. Je nach Montagestelle und -konstruktion können dadurch gefährliche Rotationskräfte entstehen, die für die Wirbelsäule im Nackenbereich extrem gefährlich sind.

Action Cam – wo montieren?

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Kamera an weniger gefährlichen Stellen am Körper montieren. Sehr beliebt ist hier z.B. das Tragen mittels Brustgurt. Bei einem Sturz sind nicht so gefährliche Verletzungen zu befürchten wie bei einer am Helm montierten Kamera. Kreativ auch die Montage am Arm, Handgelenk oder gleich am Soziusfahrer. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die sicherste Variante ist jedoch immer noch die Kamera direkt am Motorrad zu montieren. Bei einem Unfall ist die Gefahr durch die Kamera verletzt zu werden dadurch minimal. Die dafür notwendigen speziellen Befestigungen sind meist bei den Action Cams im Starter-Set dabei. Aber auch nachträglich kann man diese in vielfältigsten Variationen und um gutes Geld erstehen. Mit verschiedensten kombinierbaren Halterungen, Klemmen und Verlängerungen kann die Kamera an Lenker, Rahmen und Verkleidungsteilen montiert werden. Als Standard haben sich hier die ursprünglich von GoPro auf den Markt gebrachten Mounts (=Halterung) durchgesetzt. Klebepads – die erstaunlich zuverlässig die Kamera in Position halten – helfen dort wo keine andere Halterung mehr passt.
▶Für die sichere Montage am Lenker: EXSHOW Kamera-Halterung, Motorrad-Metall-Halterung für GoPro
▶Brustgurt als Alternative: CamKix Einstellbarer Brustgurt Halterung

Andere Perspektiven

So wird fast jeder erdenkliche Aufnahmewinkel möglich. Spannend ist hier das Erlebnis aus einer Perspektive zu filmen, die man selbst auch nicht sehen könnte. Sehr beliebt ist z.B. in Richtung Fussraste zu filmen, um die  Berührung derselben mit dem Asphalt fest zu halten. Ein Filmen nach Hinten etwa, um bei Gruppenfahrten das gemeinsame Erlebnis zu dokumentieren, ist ebenfalls sehr beliebt. Mit etwas Fantasie sind dadurch Aufnahmen aus sehr spannenden Blickwinkeln möglich. Aber auch hier gilt “Sicherheit geht vor!”. Durch die Montage darf der Betrieb des Motorrades nicht gefährdet sein. Sicherstellen, dass die Halterung während der Fahrt nicht verrutscht, oder gar verloren geht. Auch darf der maximale Lenkereinschlag nicht behindert werden!
▶Actionaufnahmen vom Feinsten machen, mit der GoPro HERO7 Actionkamera (Amazon Affiliate)

 

Für mehr Sicherheit: Immer BikerSOS App aktivieren!