BikerSOS gibt Tipps, wie man sich bei einem Wildunfall verhält

Der Herbst ist eine herrliche Zeit für Motorradtouren, er birgt aber auch so manches Risiko.
Eines davon ist,wenn plötzlich ein Reh vors Motorrad läuft:  Nichts ahnend ist man am Bike unterwegs, vielleicht am Waldesrand, wo auf einmal ein Reh aus dem Wald stürzt.

Die beste Strategie ist natürlich immer zuerst die Vermeidung einer Kollision.

Vermeidung

Zur Vermeidung am besten folgendes Beachten:

  • Das Risiko der Wildbegegnung ist am größten im Oktober, November (für WInterbiker auch im Dezember).
  • Höchste Gefahr besteht zwischen 17:00 und 8:00.
  • Die Umgebung der Straße beobachten. Ein Waldrand neben der Straße immer Wildwechsel-Gefahr.
  • Wenn du die Möglichkeit hast, erkundige dich im Vorfeld ob in der Gegend wo du unterwegs sein wirst höhere Wildwechselwahrscheinlichkeit ist.
  • Wenn man ein Wild bemerkt, immer daran denken, dass oftmals weiter Tiere des Rudels in der Nähe sind.
  • Vorbeifahren eher in der Mitte der Fahrbahn & entsprechend langsam.
  • Denke an Deinen Anhalteweg (Reaktionszeit + Bremsweg)! Ist dieser bei 80km/h gute 56m, so sind es bei 100km/h bereits 80m.
    Daher: Geschwindigkeit reduzieren!
  • Nicht zu abrupt bremsen, da ein Einknicken des Vorderrades unweigerlich zum Sturz führt. Gefahrenbremsungen wollen geübt sein.
    Fahrtrainings bei ÖAMTC  oder ADAC sind hier sehr hilfreich.
  • Im Herbst ist der gute Zustand der Bereifung besonders wichtig, da durch die Kälte die Verzahnung mit der Fahrbahnoberfläche schlechter ist, zudem ist diese oft feucht nd umso rutschiger.
  • Denk immer daran, dass du zu Sturz kommen kannst. Daher nie ohne entsprechende Schutzkleidung!

Was tun wenn es doch zur Kollision kommt?

Reh das tot am Straßenrand liegt

Tote Tiere von einem Wildunfall nicht anfassen

Wenn du verletzt bist,am besten sofort einen Notruf über BikerSOS absetzen (da der automatische Notruf abgebrochen wird wenn du dich bewegst – Details dazu in den FAQs).

  • Wenn du nicht zu schwer verletzt bist, erst mal die Unfallstelle ordentlich absichern:Grobe Trümmer oder das Motorrad an den Straßenrand zerren
  • Falls dein Motorrad so etwas besitzt: Warnblinkanlage einschalten!
  • Verletzte oder getötete Tiere keinesfalls berühren.
  • Anschließend den Wildunfall der Polizei oder der örtlichen Jägerschaft melden. Besonders wenn das Tier noch lebt, andernfalls ist das unter Umständen ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Tipp: Während der Wartezeit auf die Polizei, am besten mit dem Handy ein paar Fotos machen. Einfach die Unfallstelle, die momentane Situation festhalten. Auch ein Foto des Tieres sollte nicht fehlen sowie einige Bilder der ramponierten Maschine. Wenn die Schutzkleidung und der Helm gelitten haben, auch von davon Bilder machen.

Versicherung zahlt nicht immer
Bei Wildunfällen bekommt man den Schaden am eigenen Motorrad nur von der Kaskoversicherung ersetzt. Ist man nur haftpflichtversichert, muss man für den gesamten Schaden selbst aufkommen, außer es kann jemand anderer für den Schaden verantwortlich gemacht werden.
Für die Kaskoversicherung wird unbedingt eine polizeiliche Meldebestätigung des Unfalls benötigt. Wer verletzte oder getötete Wildtiere mitnimmt, macht sich wegen Diebstahls strafbar.

Auch gut zu wissen

Rotwild geht über die Straße

Was genau ist zu tun nach einem Unfall mit Wild?

Gilt es als Fahrerflucht, wenn ich nach einem Wildunfall weiterfahre?
Nein. Damit es sich um Fahrerflucht handelt, muss es einen Geschädigten geben. Ein Tier wird allerdings nicht als  Geschädigter anerkannt.

Also kann ich nach einem Wildunfall einfach weiterfahren?
Nein. Haben Sie das Tier verletzt und halten nicht an, um die Polizei zu verständigen, kann Ihr Verhalten als Tierquälerei eingeschätzt werden. Sie riskieren damit, einige Tausend Euro zahlen zu müssen. Es gibt allerdings keine Meldepflicht für einen Wildunfall. Außerdem brauchst du für die Versicherung eine sogenannte Unfallbescheinigung, die den Unfall mit dem Wild belegt, und für die Beweisaufnahme benötigst du eine Bestätigung der Polizei.

Ich konnte ausweichen, und kam zu Sturz. Ist es ein Wildunfall?
Wenn man sich für ein Ausweichmanöver entscheidet, und dennoch zu Sturz kommt ist es besonders schwierig nachzuweisen, dass es ein Wildunfall war. Es ist daher noch größere Vorsicht geboten wenn man mit dem Bike unterwegs ist.

Darf ich kleineres Wild mitnehmen?
Nein, auf keinen Fall! Das entspricht dem Tatbestand der Wilderei.

Übrigens:
Wenn du deine Ausfahrt im Herbst oder Dämmerung noch sicherer gestalten willst, am Besten BikerSOS App starten oder den BikerSOS GPS-Tracker verbauen.